Hodenschmerzen – Diagnose und schnelle Hilfe!

Ursachen für Hodenschmerzen sind verschieden. Leistenbrüche (Ziehen in der Leiste), Nierensteine oder Entzündungen können sie hervorrufen. Meist ist die Behandlung einfach.

Symptome von Hodenschmerzen

Hodenschmerzen

Die Hoden eines Mannes sind ein sehr empfindliches Organ, daher sind Schmerzen in diesem Bereich besonders unangenehm. Meist wird ein Ziehen, begleitet von einem Schweregefühl der Hoden wahrgenommen. Manchmal ist es auch ein schwer definierbarer Schmerz im Unterleib. Es kann vorkommen, dass die Hodenschmerzen zeitweise wieder verschwinden. Gelegentlich tauchen sie auch nur explizit nach dem Geschlechtsverkehr auf. Zu den Schmerzen verschiedenen Ursprungs können zudem Übelkeit, Rötungen, Schwellungen und vermehrtes Urinieren auftauchen. Auch wenn der Grund von harmloser Natur sein kann, ist es ratsam, bei längerem Andauern der Schmerzen einen Arzt aufzusuchen. Es kann nämlich auch eine ernste Erkrankung dahinter stecken.

Hodenschmerzen – Welche Ursachen stecken dahinter?

Während die Symptome oft gleich sind, können die Ursachen von Hodenschmerzen sehr unterschiedlich sein. Oftmals ist eine Infektion der Grund, wobei einer oder beide Hoden eine Entzündung aufweisen, die durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird. Eine Entzündung macht sich durch eine Schwellung des betroffenen Hoden, starken Schmerzen und hohem Fieber bemerkbar. Um Folgeschäden oder eine Übertragung der Entzündung auf die Nebenhoden zu verhindern, muss eine schnelle Behandlung erfolgen.

Sind nur die Nebenhoden von einer Entzündung betroffen, sind die Erreger vornehmlich Bakterien, wie Chlamydia trachomatis oder Neisseria gonorrhoeae. Beide Bakterienarten werden durch Geschlechtsverkehr übertragen. Im Verlauf der Infektion ist anfangs nur ein leichter Schmerz spürbar, der dann aber sehr stark wird. Eine weitere Ursache für Hodenschmerzen ist das Hodentorsion. Dabei handelt es sich um eine Verdrehung des Hodens innerhalb des Hodensacks. Während eine Entzündung eher bei erwachsenen Männern auftritt, bekommen das Hodentorsion häufiger kleine Jungs. Da sich hierbei auch die Blutgefäße in den Samensträngen verdrehen, kann das Blut nicht optimal fließen. Dieser Zustand ist sofort behandlungbedüftig, weil an länger unterbrochener Blutfluß zur Schädigung der Funktion der Hoden führen kann.

Weitere mögliche Ursachen für Hodenschmerzen:

  • Nierensteine
  • Leistenbruch
  • Bandscheibenvorfall
  • Hodenkrebs
  • Krampfadern im Hodensack
  • Gewalteinwirkung

Methoden zur Diagnose bei Hodenschmerzen

Bei länger anhaltenden Schmerzen ist es in jedem Fall ratsam, einen Facharzt zu konsultieren. Bei Hodenschmerzen wird ein Urologe zunächst wissen wollen, ob bestimmte Umstände, wie Gewalt oder kürzlich vollzogener Geschlechtsverkehr zu dem Problem geführt haben können. Im Anschluss werden eventuell Labortests durchgeführt, um eine eindeutige Diagnose zu erzielen. Solche Tests bestehen in der Regel aus Bluttests und einer Analyse des Urins. Wird eine Geschlechtskrankheit vermutet, wird zudem ein Abstrich der Harnröhre entnommen. Geben diese Tests noch keinen Aufschluss, sind weitere Maßnahmen Röntgen, Ultraschall und Computertomographie notwendig.

Behandlung bei Hodenschmerzen – Was nun hilft

So verschieden wie die Ursachen, ist auch die Behandlung aufgrund der gestellten Diagnose. Handelt es sich zum Beispiel um Bakterien, die eine Entzündung ausgelöst haben, wird in der Regel Antibiotika verschrieben. Viruserkrankungen hingegen können ganz einfach mit viel liegen, sowie dem Kühlen und Hochlagern der Hoden behandelt werden. In beiden Fällen klingen die Hodenschmerzen meist recht schnell wieder ab. Andere Ursachen verlangen eventuell nach einer umfangreicheren Behandlung. So muss bei der Diagnose von Hodentorsion sofort operiert werden. Ist Hodenkrebs festgestellt worden, was allerdings nur bei 1% aller deutschen Männer der Fall ist, erfolgt eine Strahlenterapie und möglicherweise werden Tumore operativ entfernt. Treten Hodenschmerzen erst einmal auf, sollten sie auf keinen Fall ignoriert werden und unbehandelt bleiben.