Schmerzen in der Leiste – Ursachen, Diagnosen und Behandlung

schmerzen in der leiste

Schmerzen in der Leiste treten meist ganz plötzlich auf. Sie sind unangenehm und sollten nicht unterschätzt werden. Doch welche Ursachen können dahinter stehen, wenn es plötzlich in der Leiste schmerzt? Da die Ursachen für Leistenschmerzen sehr vielfältig sein können, ist es auch für Ärzte nicht immer ganz einfach den Schmerz in der Leiste einer Ursache zuzuordnen. Leistenschmerzen (Inguinalschmerzen) können sich in einem stechenden, scharfen oder dumpfen Schmerz bemerkbar machen. Viele Patienten stellen sich die Frage, direkt zum Arzt oder erst einmal abwarten? Diese Frage lässt sich natürlich pauschal nicht beantworten, doch grundsätzlich gilt, je akuter und stärker die Schmerzen in der Leiste sind, umso rechtzeitiger sollte ein Arzt aufgesucht werden. Kolikartige Schmerzen oder plötzlich auftretende Schwellungen sollten umgehend untersucht werden. Notfalls ist auch eine Notfallambulanz aufzusuchen. Dauern die Leistenschmerzen länger als 24 Stunden an, sollte der Arzt ebenfalls unbedingt besucht werden, denn bei jeder Krankheit gilt, je schneller sie behandelt wird, umso schneller und effektiver können Behandlungserfolge erzielt werden und chronische Schmerzen vermieden werden.

Symptome und Maßnahmen bei Leistenschmerzen

  • Stechender, scharfer oder stumpfer Schmerz in der Leistengegend
  • Spätestens nach 24 Stunden einen Arzt aufsuchen
  • Bei kolikartigen Schmerzen und plötzlichen Schwellungen die Notfallambulanz aufsuchen
  • Je schneller behandelt wird, umso effektivere Heilungschancen

Mögliche Ursachen für Leistenschmerzen

Wir haben im ersten Abschnitt schon erläutert, dass Leistenschmerzen vielfältige Ursachen und Symptome haben können. Zu den häufigsten operativen Maßnahmen gehört der Leistenbruch, der in Deutschland jährlich mehr als 180.000 Mal operiert wird. Männer sind von einem Leistenbruch sehr viel häufiger betroffen als Frauen. Schmerzen in der Leiste können aber auch auf einen Schenkelbruch deuten, Muskel- oder Sehnenverletzungen zur Ursache haben, bei schwangeren Frauen durch eine Beckenringlockerung ausgelöst werden oder auf eine Nervenentzündung deuten. Des weiteren können Erkrankungen der Harnorgane, der Geschlechtsorgane oder Lymphknoten-Schwellungen den Leistenschmerz auslösen. Eileiterschwangerschaften, Darminfektionen oder Blinddarmentzündungen gehören ebenfalls zu den Auslösern von Schmerzen in der Leiste. Alle Ursachen haben die gleichen Beschwerden zur Folge. Demzufolge ist von einer Selbstdiagnose dringend abzuraten, die eine Diagnose des Arztes nicht ersetzt. Eine nicht behandelte Eileiterschwangerschaft, eingeklemmte innere Organe (Darm oder Eierstockgewebe) oder Bilddarmentzündungen können lebensbedrohlich werden, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt oder operiert werden.

Die möglichen Ursachen für Leistenschmerzen in der kurzen Übersicht:

  • Schenkelbruch oder Muskel/Sehnenverletzungen
  • Beckenringlockerung, Nervenentzündung
  • Erkrankung der Harnorgane, Geschlechtsorgane oder Lymphknoten-Schwellung
  • Eileiterschwangerschaften, Darminfektionen oder Blinddarmentzündungen

Mit Schmerzen in der Leiste zum Allgemeinarzt oder zum Facharzt?

Treten Schmerzen in der Leiste auf, fragen sich viele Betroffene, ob sie zuerst zum Hausarzt gehen sollen oder lieber direkt einen Facharzt. Sind die Leistenschmerzen nicht so akut, dass eine Notfallambulanz aufgesucht werden muss, kann sicher zuerst der Hausarzt konsultiert werden, um eine Diagnose zu stellen. Kann der Hausarzt die Schmerzen in der Leiste nicht behandeln und keine eindeutige Diagnose stellen, wird er den Betroffenen an den richtigen Facharzt überweisen. Zuerst wird der behandelnde Arzt den allgemeinen Gesundheitszustand des Betroffenen untersuchen. Anschließend wird der Arzt die Leistengegend untersuchen, denn einige Ursachen der Beschwerden können durch Tasten, Hören, Sehen und Messen sofort erkannt werden. Dazu gehört vor allem der Leistenbruch, der relativ „einfach“ zu diagnostizieren ist. Lässt sich die Ursache der Leistenschmerzen so nicht eindeutig feststellen, können Ultraschalluntersuchungen, Laboranalysen des Blutes und des Urins sowie endoskopische Untersuchungen angewendet werden, um dem Leistenschmerz eine eindeutige Ursache zuordnen zu können. Röntgenbilder und Gewebeproben (Biopsien) können ebenfalls zur Diagnostik der Leistenschmerzen herangezogen werden.

Leistenschmerzen bei Babys und Kindern!

Der Leistenbruch kann auch bei Babys und Kindern auftreten. Das Problem, Babys und Kleinkinder sind nicht in der Lage den Schmerz genau zu erklären. Stellen Eltern eine „Beule“ im Bereich der Leiste oder des Hodens fest, muss das Kind umgehend zu einem Arzt oder in ein Krankenhaus gebracht werden. Möglicherweise zeigt sich der Leistenbruch noch nicht nach außen, aber das Baby/Kind reagiert empfindlich auf Berührungen oder signalisiert Schmerzen auch ohne Berührungen. In jedem Fall müssen Eltern umgehend einen Arzt aufsuchen oder direkt in ein Krankenhaus fahren. Da Babys und Kleinkinder nicht direkt „Bescheid“ sagen können, kann es sich bereits um eine beginnende Einklemmung handeln. Jetzt ist schnelles Handeln gefragt. Der Leistenbruch bei Kindern sollte bestenfalls innerhalb von 4 Wochen operiert werden. Dieser Zeitraum gilt auch für Erwachsene. Da der Leistenbruch häufig ambulant operiert werden kann, können Eltern ihr Kind meist schon am gleichen Tag wieder mit nach Hause nehmen. Eltern sollten keine Panik bei der Diagnose Leistenbruch bekommen, denn in den allermeisten Fällen ist der Leistenbruch schon wenige Wochen nach der Diagnose seitens des Kindes vergessen, da der Heilungsprozess im Normalfall relativ unkompliziert und schnell verläuft.

Schnell handeln-Leistenschmerzen bei Babys/Kindern!

  • Babys und Kleinkinder können nicht sprechen oder den Schmerz nicht eindeutig beschreiben
  • Eine „Beule in der Leiste wird sichtbar
  • Starke Berührungsempfindlichkeit, auch ohne „Beule“
  • Sofort zum Kinderarzt oder in ein Krankenhaus fahren

Leistenschmerzen in der Schwangerschaft, keine Seltenheit

Nicht selten leiden Frauen während einer Schwangerschaft unter Schmerzen in der Leiste. Während der Schwangerschaft beginnt sich das Muskelgewebe im Beckenbodenbereich hormonell bedingt zu lockern. Frauen bemerken Schmerzen in der Leiste während der Schwangerschaft beim Gehen, bei verschiedenen Bewegungen und beim Treppensteigen. Diese Schmerzen in der Leiste sind normal, sollten aber dennoch dem Frauenarzt mitgeteilt werden. Um einem möglichen Leistenbruch vorzubeugen, wird der Arzt die betroffene Frau untersuchen. Ein Leistenbruch kann auch nach der Geburt auftreten. Dieser wird dann vom Pressen begünstigt. Diese Form des Leistenbruchs ist aber eher selten und sollte Frauen keine Angst vor der Geburt verursachen. Frauen, die ihre regelmäßigen Vorsorgetermine bei ihrem Frauenarzt wahrnehmen, werden ausreichend betreut und untersucht, so dass dieses Risiko eher seltener auftritt.

Schmerzen in der Leiste- Sie können vorbeugen

Tatsächlich kann man Leistenschmerzen und im Besonderen dem Leistenbruch vorbeugen. Grundvoraussetzung ist es die Muskeln zu schonen, gleichzeitig aber zu kräftigen. Wer auf sein Gewicht achtet und Übergewicht reduziert, entlastet damit seine Bauchmuskulatur. Dazu gehört natürlich auch eine gesunde Ernährung. Die gesunde Ernährung vermeidet zum einen Übergewicht und beugt zum anderen Verstopfungen vor. Regelmäßige Probleme mit der Verdauung belasten die Leistengegend. Vorsicht vor Abführmitteln! Diese können, über einen längeren Zeitraum eingenommen, zu einer Abhängigkeit führen. Stattdessen auf eine ballaststoffreiche Ernährung achten. Die Muskeln lasen sich mit Sport kräftigen. Tipps zu den richtigen Sportarten können der Facharzt oder das Fitnessstudio geben. Wichtig ist auch die richtige Körperhaltung, sowohl im täglichen Leben als auch bei schwerem Tragen. Aufrechtes Sitzen und Gehen stabilisiert die Gelenke. Bei schweren Lasten in die Knie gehen und dann langsam aufrichten. Nicht mit gekrümmten Rücken anheben. Das richtige Schuhwerk schont die Gelenke und vermeidet damit eine Überbelastung der Gelenke. Schonhaltungen sollten vermieden werden. Stattdessen lieber mit dem Arzt oder Physiotherapeuten über richtige Bewegungsabläufe sprechen und diese trainieren. Die Muskeln sollen nicht wie einem Bodybuilder aufgebaut werden. Es geht weniger darum Muskel Masse zu trainieren, sondern viel mehr darum die Muskeln zu stärken.

Vorbeugende Maßnahmen bei Schmerzen in der Leiste

  • Muskeln schonen und kräftigen
  • Gesund ernähren und Sport treiben
  • Richtige Körperhaltung einnehmen und/oder erlernen
  • Keine schweren Lasten tragen und beim Tragen auf die richtige Haltung achten
  • Vorbeugende Tipps können der Arzt, Physiotherapeut oder das Fitnessstudio geben